basierend auf 717 BewertungenDas Sera-Kloster liegt am Fuß des Berges Sera Utsé im Norden von Lhasa und ist eines der drei großen Klöster Lhasas sowie das zweitgrößte Kloster in Tibet. Die Architektur des Klosters ist im tibetischen Stil gehalten, die Haupthalle ist prächtig vergoldet und von beeindruckender Größe. Im Kloster werden zahlreiche Buddha-Statuen verehrt, und es beherbergt wertvolle Kunstschätze wie heilige Schriften, exquisite Thangkas, Applikationsstickereien und Wandmalereien – ein lohnenswertes Ziel sowohl für Pilger als auch für Kunstliebhaber. Berühmte Debattierübungen: Die Debattierrituale im Sera-Kloster sind in ganz Tibet berühmt und ein Höhepunkt jedes Besuchs. Die Debatten finden täglich außer sonntags und an Feiertagen von 15 bis 17 Uhr im Debattierhof im Norden des Klosters statt. Dabei sitzen die Mönche entweder auf dem Boden oder stehen sich gegenüber und diskutieren mit lebhaften Gesten über buddhistische Texte – ein faszinierendes Schauspiel. Architektur des Sera-Klosters: Die Tempel und Gebäude des Klosters können zu Fuß erkundet werden. Der gesamte Komplex erstreckt sich über etwa 1,5 Kilometer, wobei die Tsogchen-Halle das Zentrum bildet, umgeben von zahlreichen Colleges (Dratsang). Anders als bei han-buddhistischen Tempeln folgt die Anlage keinem symmetrischen Grundriss, sondern ist locker über das Berggelände verteilt. Besonders sehenswert sind die Hayagriva-Kapelle und die Tsogchen-Halle. In der Hayagriva-Kapelle wird die berühmte Statue des Pferdeköpfigen Dämonenbändigers verehrt – eines schutzmächtigen tantrischen Buddhas im tibetischen Buddhismus. Der Legende nach entdeckte Tsongkhapa, der Gründer der Gelug-Schule, die Statue, als er einem wiehernden Pferd folgte und sie ausgrub. Viele Gläubige pilgern hierher, um Segen zu erbitten. Die zentrale Tsogchen-Halle wird von 108 Säulen getragen und kann bei Zeremonien über 8.000 Mönche aufnehmen. Hier steht eine Statue des Klostergründers Shakya Yeshe mit einer einzigartigen, mit Sanskrit beschrifteten Kopfbedeckung – ein Geschenk des Yongle-Kaisers der Ming-Dynastie. Aussicht vom Hinterberg: Der höher gelegene Hinterberg des Klosters bietet einen Panoramablick über Lhasa und ist bei Wanderern beliebt. Der Aufstieg (ca. 500 Höhenmeter) dauert etwa 4 Stunden und erfordert gute Kondition. Bereits nach kurzem Anstieg öffnet sich jedoch eine weite Sicht auf die Stadt – für Touristen mit Höhenangst oder Akklimatisierungsproblemen reicht dies oft aus.