Das Dorf Haotang, ein „atmendes Dorf“, liegt eingebettet in die Dabie-Berge im Süden Henans. Blaue Ziegelmauern sind mit Luffa-Ranken bewachsen, Steinmühlen plätschern unter kunstvoll geschnitzten Tortürmen, jahrhundertealte Johannisbrotbäume breiten ihre smaragdgrünen Kronen aus, und Lotusteiche gleichen Jade-Mosaiken zwischen den dunklen Ziegeln. Hier gibt es keine künstliche Antike, nur die Essenz der Häuser im Süden Henans: Stampflehmwände mit Strohdächern, Bambuszäune, die Gemüsebeete umschließen, und ein dösender gelber Hund, der sich neben einem Holzstapel zusammenrollt.
Die Ästhetik des Lebens zeigt sich im Detail: Ein alter Steinmetz baut wellenförmige Hofmauern aus Flusskieseln, Dorffrauen schlagen und färben blaue Stoffe am Bach, und im Herbst getrocknete Paprika und Mais liegen wie Ölfarben auf den Dächern. Die berührendste Szene ist das alltägliche Treiben der Dorfbewohner: Kinder, die auf dem Steg am Lotusteich Libellen jagen, ein alter Mann, der an einem Teestand weißen Atem aus einer violetten Tonkanne ausstößt, und die Silhouetten der heimkehrenden Bauern, die sich im Schein der untergehenden Sonne auf die Lehmwände werfen.
Wenn sich der Rauch der Kochfeuer mit dem Duft von Lotusblattbrei vermischt und über die Steinbogenbrücke weht, versteht man, was ein „Vorbild für ländliche Revitalisierung“ wirklich bedeutet: Die Schönheit von Haotang liegt nicht in seiner makellosen Perfektion, sondern in der ursprünglichen Poesie, die sich im Grunzen der Schweine und im Schreien der Hühner offenbart, und in der Wärme der Patina der Zeit, die in jedem Moosfleck und jeder Pflugspur verborgen ist.