Wir befinden uns in der kleinen Siedlung Kambos in Apano Meria, der nördlichsten Siedlung von Syros, von wo aus wir unsere Wanderung starten.
Wir wandern entlang alter, charakteristischer Pfade der Kykladen – Zeugen einer vergangenen Ära. Wir kommen an einem verlassenen Marmorsteinbruch vorbei, mit sichtbaren Spuren historischer Nutzung.
Wir werden zwischen Bäumen spazieren, die von John Herman Groesbeck Pierson (1906–2001) gepflanzt wurden, einem amerikanischen Ökonomen und Autor, der für seine Beiträge zur Wirtschaftstheorie und sein Engagement für den Umweltschutz bekannt ist.
Wenn wir uns dem Meer nähern, besuchen wir abgelegene Strände, die nur über Fußwege oder per Boot erreichbar sind. Wir erkunden das Gebiet Grammata, das seinen Namen von alten Inschriften hat, die in die Felsen nahe der Küste gemeißelt sind. Einige davon stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. und enthalten Wünsche, Gebete und die Namen von Seeleuten. Nach einem erfrischenden Bad im kristallklaren Wasser genießen wir ein üppiges Picknick mit frischen regionalen Produkten.
Die Rückwanderung wird uns mit ein paar zusätzlichen angenehmen Überraschungen durch unberührte Naturlandschaften belohnen.
Die gesamte Region Apano Meria auf Syros ist Teil des Natura-2000-Programms und erstreckt sich über eine Fläche von 804 Hektar (8 Quadratkilometer).
Natura 2000 ist ein europaweites Netzwerk von Schutzgebieten, das von der Europäischen Union zum Erhalt der biologischen Vielfalt eingerichtet wurde. Es soll bedrohte Arten von Pflanzen und Tieren sowie ihre natürlichen Lebensräume schützen.
Die Aufnahme dieser Region in das Netzwerk ist auf ihre reiche Artenvielfalt zurückzuführen. Sie beheimatet über 250 Arten und Unterarten von Pflanzen, wie zum Beispiel Meerfenchel (Crithmum maritimum), Kapern (Capparis spinosa) und wilden Lavendel (Lavandula stoechas). Außerdem gibt es drei Arten von Krokussen, darunter den endemischen Crocus tournefortii.
Seltene geologische Merkmale: Die Region ist bekannt für ihre Eklogite und Glaukophan-haltigen Blueschiste, seltene Gesteinsformationen, die zum Verständnis der geologischen Geschichte der Kykladen beitragen. Das Programm schützt auch 28 Vogelarten, wodurch das Gebiet zu einem wichtigen Rückzugsort für die Vogelwelt wird.
Die relative Abgeschiedenheit der Region und das Fehlen intensiver menschlicher Aktivitäten haben dazu beigetragen, die natürliche Landschaft und die Artenvielfalt zu erhalten.
Die Inschriften auf den Felsen im Gebiet Grammata wurden vor Jahrhunderten von seefahrenden Reisenden gemeißelt, die hier während Stürmen Schutz suchten.
